galerie lutz mit der blauen tür
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Peter Kampehl
Zwischen den Augen
14. Oktober – 12. November 2011

Stimmen zur Ausstellung
Nürnberger Zeitung vom 13. Oktober 2011
Das Sehen liegt zwischen den Augen
[…] Dass einem vor den Aquarellen und Acrylgemälden Assoziationen kommen, wonach ein Y sich köpflings wiegt wie ein wehender Baum Im Herbst, solche Anmutungen sind dem Betrachter unbenommen. Doch im kern geht es Kampehl um pure, auch fantastische Abstraktion.
Dass die meisten seiner Bilder unterschiedlichen Formats „Ohne Titel“ bleiben, scheint nur logisch bei einem, dem es darum geht, vage Erinnerungen aufzuspüren und sie auf der Leinwand, dem Papier oder sonstigem Maluntergrund zu verformen wie Seifenblasen im Wind. Die Suche nach dem Zufälligen ist Absicht in diesen Netzwerken unklarer Ordnungen, die mal an Datenmengen erinnern, mal an einen Stadtplan aus großer Höhe, mal an Zellen unterm Mikroskop. Akribisch setzt Kampehl Kette an Kette, Form an Form, Feld an Feld. Die Farbgebung trägt das ihre dazu bei, dass Arbeiten organisch, technisch oder collagiert wirken.
Das meditative Moment muss sich ergeben […] für den Künstler wohl gleichermaßen wie für den Betrachter […].Der Ausstellungstitel weist darauf hin. Kampehls Kunst landet nicht auf – sie landet „zwischen den Augen.“
Christian Mückl
Nürnberger Nachrichten vom 25. Oktober 2011
Der Künstler, dessen bislang monumentalstes Bild die Wandgestaltung im neuen U-Bahnhof Friedrich-Ebert-Platz ist, präsentiert sich im Rückblick auf die letzten zwei bis drei Jahrzehnte seiner malerischen Entwicklung als ebenso sensibler wie hartnäckiger Sucher nach formalen Ordnungssystemen.
Kampehl bedient sich eines auf den ersten Blick archaisch erscheinenden Formen-Apparats, bestehend aus Punkten, Linien und Farbbändern. Tatsächlich ähneln manche der mit jenen minimalen Mitteln gestalteten Bilder ein bisschen prähistorischen Ritzzeichnungen oder den Malereien der australischen Ureinwohner. Wie jene Angehörigen ferner Kulturen, so ordnet auch Kampehl seine abstrakten Zeichen zu rätselhaften Ornamenten, die sich vielfach gleichen, aber nie einfach wiederholen.
Bernd Zachow